"Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün" – Baindt ist dabei
Die Gemeinde Baindt ist seit 2024 bei «Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün» dabei, einem spielerischen Wettkampf zur Förderung von Klimaschutz und Biodiversität in 13 Kommunen rund um den Bodensee. Zu den teilnehmenden Kommunen gehören unter anderem die Gemeinden Baindt, Berg und Baienfurt sowie die Stadt Weingarten, wodurch das mittlere Schussental hier zahlenmäßig sehr gut vertreten ist.
Beim „Wettkampf“ zwischen den Kommunen geht es vorrangig um die praktische Umsetzung von Maßnahmen aus dem Bereich der Klimaanpassung. Für die Umsetzung von Maßnahmen aus den verschiedenen Handlungsfeldern (Gesundheit, Wasser, Grün, Erde, ...) gibt es jeweils Punkte. Die Kommune, welche bis Herbst 2026 die meisten Punkte sammelt, gewinnt dieses Spiel.
Für alle teilnehmenden Kommunen steht dabei jedoch weniger der Wettkampf, sondern viel mehr der Austausch mit anderen Kommunen und die Zusammenarbeit im Vordergrund, da der Klimawandel und dessen bereits heute unabwendbaren Folgen ja schließlich nicht an der Gemarkungsgrenze Halt machen. Dieses Spiel soll daher den Austausch der beteiligten Kommunen aus dem Schussental weiter stärken, verbunden mit dem kleinen Ansporn, doch etwas besser als die Nachbarkommune zu sein.
Sie wollen wissen, mit welchen Aktionen und Maßnahmen die Gemeinde Baindt bisher im Projekt punkten konnte? Dann gibt’s hier einen kleinen Auszug:
Handlungsfeld Gesundheit
Kriterium Grünversorgung: Öffentliche Bildungseinrichtungen mit Naturerlebnisräumen in Gehweite
Kurzbeschreibung: Alle fünf Bildungseinrichtungen in der Gemeinde Baindt haben mindestens einen Naturerlebnisraum in der näheren Umgebung (Gehweite).
Name der Einrichtung | Naturerlebnisräume in Gehweite |
Klosterwiesenschule Baindt | Insektenareal mit Blühwiese; Sulzmoosbach; Streuobstwiese |
Kindergarten Sonne-Mond-Sterne | Insektenareal mit Blühwiese; Sulzmoosbach; Streuobstwiese |
katholischer Kindergarten St. Martin | Blühwiese und Insektenareal entlang alter Bundesstraße |
SBBZ Stiftung St. Franziskus | Sulzmoosbach; Streuobstwiese |
Waldorfkindergarten | Naturschutzgebiet Annaberg |
Handlungsfeld Partizipation
Kriterium Konsultation: Bürgerwerkstatt zur Neugestaltung des Dorfplatzes
Kurzbeschreibung: Im Rahmen der Planung zur Neugestaltung des Dorfplatzes in Baindt, gab es einen umfangreichen Beteiligungsprozess. So konnten interessierte BürgerInnen, Vereine, Geschäfte und weitere Ihre Wünsche, Anregungen und kreativen Vorstellungen zur zukünftigen Gestaltung des Brunnenplatzes einbringen. Dazu gab es eine Bürgerwerkstatt und verschiedene Infoveranstaltungen, so unter anderem am 26.4.2022 und 24.5.2023. Einen Rückblick gibt’s unter: https://www.baindt.de/gemeinde-baindt/dorfplatz/informationen
Um den Platz an die Folgen des Klimawandels bestmöglich anzupassen und gleichzeitig einen Ort der Begegnung zu schaffen, wurden bei der Neugestaltung sehr viele (überwiegend heimische und klimawandelangepasste) Bäume, Stauden und Hecken gepflanzt. Außerdem wurde auf dem Platz ein Trinkwasserbrunnen errichtet und zur Abkühlung an heißen Tagen, besonders auch für Kinder, ein Wasserfontänenfeld gebaut.
Kriterium Kooperation: Ortsspaziergang zu den naturnahen Blühflächen am 13.09.2024
Am 13. September 2024 gab es für interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Ortsspaziergang zu naturnahen Blühflächen im Gemeindegebiet, welcher gemeinsam von der Gemeinde Baindt und dem Verein der „Naturfreunde Baindt“ organisiert wurde.
Bei einem zweistündigen Spaziergang durch den Ort wurden verschiedene naturnahe Blühflächen sowie eine private Streuobstwiese angeschaut. Auch das Insektenareal mit Sandarium, Totholzhaufen und Insektenhotel bei der Klosterwiesenschule wurde eingehend begutachtet. Im Rahmen der Veranstaltung kamen zahlreiche an der Anlage dieser Blühflächen beteiligte Personen und Experten zu Wort, unter anderem von der Verwaltung, dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Ravensburg e.V. und den Naturfreunden Baindt.
Handlungsfeld Begegnung
Kriterium Zusammenarbeit / Interdisziplinarität: Workshop Klimaanpassung am 14. November 2024
Kurzbeschreibung: Am 14.11.2024 fand in Baienfurt erstmalig ein Austausch von Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Ämtern der Kommunen des Gemeindeverband Mittleres Schussental (kurz GMS) statt, an dem auch die Gemeinde Baindt mit mehreren Personen teilgenommen hat. Hauptthema des Workshops war, wie wichtige Maßnahmen aus dem gemeinsamem Klimaanpassungskonzept des GMS in die Praxis umgesetzt werden können und bei welchen Projekten hieraus, die Kommunen zukünftig zusammenarbeiten können.
Kriterium Dialog: Exkursion Herausforderungen von Hochwasser- und Starkregenereignissen im Schussentalam 16. September 2025
Kurzbeschreibung: Im September 2025 gab es in Meckenbeuren eine Exkursion zu den Herausforderungen von Hochwasser- und Starkregenereignissen im Schussental. Dabei wurde über die Risiken von Hochwasser- und Starkregenereignissen, mögliche Schäden sowie Vorsorgemöglichkeiten in den Kommunen gesprochen und diskutiert. Besonders interessant waren dabei Einblicke aus Sicht von Verwaltung und Feuerwehr zu den Schadensereignissen der letzten Jahre, insbesondere dem Hochwasser 2024 und zu den geplanten und teils bereits umgesetzten Anpassungsmaßnahmen.
Da der Dialog- und Austauschgedanke bei der Veranstaltung klar im Vordergrund stand, waren neben Vertreterinnen und Vertretern aus den Verwaltungen des GMS (Baienfurt, Baindt, Berg, Ravensburg, Weingarten) auch Mitglieder aus den Gremien des Gemeindeverbands Mittleres Schussental dabei. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Klimaschutzmanagement des GMS.
Kriterium Vernetzung: Bauämterexkursion zu Hochwasserschutzmaßnahmen in Baindt und Weingarten
Am 14. Oktober 2024 haben die Gemeinde Baindt und die Stadt Weingarten Bauämter und Klimaschutzstellen aus der Region zur Exkursion „Hochwasserschutz und Starkregenrisikomanagement in Baindt und Weingarten“ eingeladen. Dem Aufruf folgten bei schönem Wetter zahlreiche interessierte Vertreterinnen und Vertreter aus über zehn Kommunen sowie Institutionen der Region Bodensee-Oberschwaben.
Einen ausführlicheren Bericht zur Exkursion erhalten Sie auf der Internetseite der Gemeinde unter: https://www.baindt.de/gemeinde-baindt/aktuelles/264/bauaemterexkursion-hochwasserschutz
Handlungsfeld Luft
Kriterium Gebäudegrün: Verhältnis Dachbegrünung in Quadratmetern zu EinwohnerInnen
Kurzbeschreibung: Die Gemeinde Baindt weist 2026t einen Gründachindex von ca. 1,19 qm pro Person (Stand: Luftbild 2026) auf. Dieser ist gegenüber dem Jahr 2024, merklich angestiegen, da dieser im Jahr 2024 noch bei 0,91 qm pro Person lag.
Ermittelt wird der Gründachindex über die Summe aller Gründachflächen (größer 100 Quadratmeter) im Gemeindegebiet in Quadratmetern, geteilt durch die Einwohnerzahl der Gemeinde (5.269 Personen am 31.12.2024 laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg).
Es wurden in der Betrachtung alle Gründächer mit und ohne Photovoltaikanlagen miteinbezogen. Kommunale Gebäude mit vollständig oder zumindest teilweise begrünten Dachflächen, sind das neue Gebäude des Kinderhaus Sonne, Mond und Sterne sowie ein Großteil der Gebäude des Areals der Klosterwiesenschule. Weitere begrünte Dächer finden sich vereinzelt im gesamten Gemeindegebiet verteilt, so unter anderem im Gewerbegebiet Mehlis und bei einem Lebensmittelhändler im Ort. Die begrünten Flachdächer von Garagen, Carports und mehr im Neubaugebiet Marsweiler Ost 2 sind oftmals kleiner als 100 Quadratmeter und wurden daher nur teilweise miterfasst.
Kriterium Siedlungsbäume: Pflanzung neuer Bäume in Baindt
Die Pflanzung von Bäumen ist ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Umweltschutz. Zudem verbessern Bäume das Mikroklima, indem sie Verdunstungskühle erzeugen und wichtigen Schatten spenden, der gerade an heißen Sommertagen für wohltuende Abkühlung sorgt.
In den letzten Jahren wurden in der Gemeinde daher bereits sehr viele neue Jungbäume im öffentlichen Raum gepflanzt, insbesondere im Rahmen der neuen Ortsmitte. Auch am Waldspielplatz wurden 2025 mehrere neue Bäume gepflanzt. Insgesamt waren es 94 Bäume, welche zwischen Anfang 2024 und Ende Juni 2026 auf öffentlichen Flächen der Gemeinde Baindt gepflanzt wurden.
Für einen Großteil der Pflanzungen von Bäumen auf öffentlichen Grünflächen, hat die Gemeinde von der KfW über das Förderprogramm 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten.
Kriterium Frischluftquellen: Hitzeinseln im Siedlungsgebiet
Kurzbeschreibung: Die Auswirkungen des Klimawandels werden in den kommenden Jahrzehnten verstärkt auch in Oberschwaben und damit auch im Gebiet des Gemeindeverbands Mittleres Schussental spürbar sein. Von zunehmender Hitzebelastung besonders stark betroffen sind dabei dicht bebaute, versiegelte, innerstädtische Bereiche, in denen bereits in der Vergangenheit ein deutlicher, sogenannter „städtischer Wärmeinseleffekt“ messbar war. Ebenso ist in Zukunft von einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Trocken- und Hitzeperioden sowie von Starkregenereignissen auszugehen. Um diesen nachteiligen Entwicklungen auf kommunaler Ebene zu begegnen, wurde 2021 ein gemeinsames Klimaanpassungskonzept für die Verbandskommunen Ravensburg, Weingarten, Baienfurt, Baindt und Berg in Auftrag gegeben. Im August 2023 wurde dieses wegweisende Konzept fertiggestellt und am 26. Oktober 2023 durch die Verbandsversammlung beschlossen.
Stadtklimatische Hotspots, sind Orte bei denen bereits heute oder zukünftig an Hitzetagen mit besonders extremer Hitze zu rechnen ist. In Baindt gibt es bisher keine solchen Hitzehotspots, jedoch werden für die Ortsmitte und das Gewerbegebiet Schachen künftig solche Hotspots erwartet.
Um dem entgegenzuwirken, wurden bei der Ortsmitte im Zuge der Neugestaltung viele neue Bäume gepflanzt. Darüber hinaus ist an heißen Tagen Wasser elementar wichtig. So gibt es beim Dorfplatz zur Abkühlung und zum Spielen für Kinder ein Wasserfontänenfeld, welches als modernes, interaktives Wasserspiel ein Erlebnis für Groß und Klein bietet. Zudem gibt es dort einen Trinkwasserbrunnen, der ebenfalls für Abkühlung, vor allem von innen heraus, sorgen kann. Auch dem möglichen Hotspot im Gewerbegebiet wurde begegnet, da dort im Bebauungsplan der Erweiterung die Pflanzung von Bäumen auf öffentlichen und privaten Flächen vorgegeben wurde. Diese Bäume wurden zwischenzeitlich auch alle gepflanzt.
Handlungsfeld Lebensraumvielfalt
Kriterium Öffentliches Grün: Naturnah gestaltete bzw. gepflegte öffentliche Flächen in Baindt
Kurzbeschreibung: In der Gemeinde Baindt gibt es schätzungsweise (ohne Wälder) 30.000 qm öffentliche Grünflächen. Davon sind geschätzt ca. 70 Prozent naturnah gestaltete bzw. gepflegte öffentliche Flächen, so beispielsweise entlang der ehemaligen Bundesstraße, beim Insektenareal nahe der Klosterwiesenschule sowie entlang des erst vor wenigen Jahren neu gestalteten Bachlaufs beim Neubaugebiet Geigensack. Um einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität zu leisten, werden die Flächen in der Regel nur zwei Mal im Jahr gemäht. Ein Teil der Flächen wurde dabei 2020 im Rahmen des Förderprogramms „Natur nah dran“ neu angelegt.
Informationen, gibt es auch in einer eigenen Broschüre zu den „Natur nah dran“-Flächen:
Kriterium Privates Grün – Rasenmäherchallenge: Mähfreier Mai in Baindt
Im Mai 2025 nahm die Gemeinde erstmals mit zahlreichen kommunalen Flächen an der grenzüberschreitenden Rasenmäherchallenge teil, bei der es darum ging, mindestens einen Monat einen Teil der Rasenflächen oder gar gesamte Rasenflächen nicht zu mähen. Durch den zeitweisen Mähverzicht, erhalten Insekten, Vögel, Igel und andere Kleinlebewesen die Möglichkeit, nach dem Winter wieder ausreichend Nahrung zu finden.
Das «Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün» wird geleitet von der Forschungsgruppe Stadtökologie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften sowie der pulswerk GmbH, dem Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts. Das «Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün» ist Teil des Interreg-Projektes „Zukunftsgrün“ und wird gefördert durch Interreg VI Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, Kantonale Förderung der Schweiz und Land Vorarlberg.
Mitspielende Gemeinden sind folgende: Arbon (CH), Baindt (DE), Baienfurt (DE), Berg (DE), Friedrichshafen (DE), Hohenems (AT), Koblach (AT), Lauterach (AT), Lindau (DE), Memmingen (DE), Rankweil (AT), Romanshorn (CH), Weingarten (DE).
Aktuelle Informationen zum Spiel sowie zu den Aktionen im Rahmen des Projekts, gibt es auf der Internetseite des Projekts unter: https://zukunftsgruenspiel.info/








