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Niederschriften 06.05.2008

T O P 7
Kindergartenangelegenheiten
-Standortwahl für eine neu einzurichtende Kindergartengruppe

1. Zu entscheiden ist:

An welcher Örtlichkeit eine neue Kindergartengruppe untergebracht wird.

2. Sachverhalt:

In der Gemeinderatssitzung am 01.April 2008 wurde beschlossen, eine zusätzliche Gruppe zur Kleinkindbetreuung in einer reinen Kleinkindgruppe zu schaffen. Bevor man den Raum im UG des Kindergartens St. Martin ausbaut, wurde die Verwaltung beauftragt Möglichkeiten eines Raums in der GHWRS zu untersuchen. Zusammen mit der Rektorin Frau Teumer–Schwaderer wurden zunächst sämtliche Klassenräume angeschaut, die jedoch alle für den Schulunterricht benötigt werden. Bei einer Besichtigung wurden mit Vertretern des Gemeinderats ( GR Kreutle, GR Fischer ) die Räume der Bücherei sowie der Ganztagesbetreuung angeschaut. Aufgrund der Doppelnutzung Kindergarten / Ganztagesbetreuung scheidet der Raum der Ganztagesbetreuung aus.

Bei einer Besprechung mit den Fraktionsspitzen Herrn Boenke sowie Herrn Kreutle sprach man sich für den Raum der Bücherei aus. Die Bücherei wird dann in zwei Räumen untergebracht ( siehe beiliegender Plan ) Die notwendigen Umbaumaßnahmen wird Herr Reich im anschließenden TOP vorstellen.

3. Zur Ansicht der Verwaltung:

Eine engere räumliche Verzahnung von Schule und Kindergarten ist vor allem wegen der bekannten Problematik zurückgehender Schülerzahlen wünschenswert. Durch das Projekt schulreifes Kind wird die Zusammenarbeit Schule / Kindergarten bereits intensiviert.

4. Beschlussvorschlag:

a.) Im Raum der jetzigen Bücherei wird eine Kindergartengruppe untergebracht. Der Kindergartenleiterin Frau Stoll sowie den Elternvertretern steht es frei, eine altersgemischte Gruppe ( 3 – 6 Jahre ) oder eine Gruppe mit Vorschulkindern dort unterzubringen.
b.) Die neue Kleinkindgruppe wird im Kindergarten Sonne, Mond und Sterne betreut.


Der von einigen Gemeinderäten „ins Spiel gebrachte“ Standortraum der Schulsozialarbeit scheidet, so der Vorsitzende, wohl aus, da die Räumlichkeiten aus Mitteln des IZBB-Programms zu 90 % bezuschusst wurden und man diese Gelder (ca. 75.000 €) bei einer anderen Nutzung zurückzahlen müsste. Die bei diesem Tagesordnungspunkt anwesende Rektorin der GHWRS Baindt, Frau Teumer-Schwaderer, geht zunächst auf die Vorteile einer Kooperation Kindergarten-Schule ein. Die GHWRS Baindt ist in das Projekt „schulreifes Kind“ aufgenommen worden. Das bedeutet, dass Lehrer in die Kindergärten gehen und dort vorbereitend für die zukünftigen Erstklässler tätig sind. Diese Zusammenarbeit wird sehr gut angenommen. Andere Gemeinden (z.B. Eugen-Bolz-Schule in Bad-Waldsee) haben sehr gute Erfahrungen mit diesem Projekt, Kindergarten und Schule unter einem Dach, gemacht. Bei vielen Kindern, die schon 3 Jahre im Kindergarten sind, ist eine gewisse „Müdigkeit“ festzustellen. Für diese Kinder ist es eine Herausforderung, neues Kennenzulernen.

In der Praxis sieht eine solche Betreuungsform folgendermaßen aus: Gegen 8:00 Uhr wechseln die Kinder vom Kindergarten "Sonne Mond und Sterne" in den Raum der Grundschule. Während der Schulpausen bleiben die Kinder in diesem Raum. Außerhalb der Pausen soll das Freigelände auch von der Schule genutzt werden. Es soll ein Wechsel zwischen Arbeit in der Gruppe und dem Freispiel stattfinden. Mittags findet die Betreuung wieder in den Räumen des Kindergartens statt.

Ihrer Schule liegt sehr viel an dieser Kooperation. Auch die Kindergartenleiterin, Frau Stoll, befürwortet diese Zusammenarbeit, bei der die großen Kindergartenkinder stärker gefördert werden. Das Problem, so Frau Teumer-Schwaderer, ist der fehlende freie Klassenraum im Grundschulgebäude. Die Schule ist jedoch bereit, den Medienraum (Bücherraum) zu räumen. GR`in Jaudas bringt zum Ausdruck, dass der vorhandene Raum im Kindergarten "St.Martin" ausgebaut werden sollte, um dort das Angebot Kleinkindbetreuung ab Herbst anbieten zu können. Man könnte danach schauen, wie die Kleinkindbetreuung läuft, um die Planung in der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in einigen Jahren voranzutreiben. Ihrer Meinung nach sollte man keinen Gewaltakt veranstalten. Der Vorsitzende bemerkt, dass für den Umbau des Raumes im Kindergarten „St. Martin“, Kosten i.H. von ca. 150.000 Euro anfallen. Es ist auch denkbar, in der Bücherei eine Kindergartengruppe unterzubringen. Es ist eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderats, wo eine Kleinkindbetreuung stattfindet (Kindergarten "Sonne Mond und Sterne" oder „St. Martin“). GR Bader erkundigt sich, ob die Schule genügend Kinder für eine 5. und 6. Klasse hat. Frau Teumer-Schwaderer erwidert, dass es dieses Jahr zum ersten Mal eine kombinierte 5./6. Klasse gibt. Aber auch bei dieser Konstellation wird kein zusätzliches Klassenzimmer frei, da Fächer wie Englisch und Mathematik in seperaten Unterrichtsräumen stattfinden. Sollte eine Kindergartengruppe im Grundschulgebäude untergebracht werden, weist GR Kreutle darauf hin, dass das Areal nicht abgeschlossen und auch keine angemessene Beaufsichtigung gegeben ist. Frau Teumer-Schwaderer versucht, dieses Argument zu entkräften. Kinder, die den Raum verlassen, haben sich bei der Erzieherin abzumelden. Der Vorsitzende weist nochmals darauf hin, dass nachmittags eine Betreuung wieder in den Räumen des Kindergarten "Sonne Mond und Sterne" stattfindet. GR`in Maucher verweist auf eine Kooperation Kindergarten-Schule an der Eugen-Bolz-Schule in Bad Waldsee. Dort wurde ein Klassenzimmer kindergartengerecht umgebaut. Es herrscht keine Kindergartenlangeweile. Die Förderung der Kinder ist in diesem Rahmen sehr gut möglich. Sie unterstützt dieses Projekt vorbehaltlos –allerdings tut es ihr „im Herzen weh“, dass dadurch die Bücherei eingeschränkt werden müsste. GR`in Reck erkundigt sich, ob es nicht möglich wäre, die Bücherei in die Räume der Schulsozialarbeit zu verlegen. Der Vorsitzende verweist nochmals auf die 20-jährige Zweckbindung. Ansonsten müssten 90 % Fördermittel von ca. 75.000 € zurückbezahlt werden. Frau Teumer-Schwaderer fügt ergänzend hinzu, dass das Schülercafe von ca. 20 Schülern täglich besucht wird. GR Nehls gibt zu bedenken, dass die Bücherei ca. 6 Stunden pro Wochen geöffnet ist. Auf eine entsprechende Frage teilt Herr Reich mit, dass an Umbaukosten (Trennwand plus Küchenzeile) für den Büchereiraum ca. 8.000 € anfallen. Er geht von Gesamtkosten i.H. von ca. 10.000 bis 11.000 Euro aus.

Auf einen entsprechenden Antrag von GR Fischer wurde einstimmig beschlossen, ausnahmsweise auch Elternvertreter zu Wort kommen zu lassen.

Herr Scheffold bemängelt, dass der soziale Kontakt zu den anderen Kindergartenkindern nicht mehr stattfindet. Auch der fehlende Zugang zum Spielplatz, das Aufsichtsproblem sowie die Angst vor den größeren Grundschulkindern wurde angesprochen. Nach Ansicht von GR`in Maucher sollten die Kinder nicht unterschätzt werden. Die Selbstständigkeit wird gefördert. Den größeren Kindergartenkindern sollte man auch Freiräume zugestehen. Frau Teumer-Schwaderer fände es sinnvoll, einen Infoabend zu organisieren, zu dem Personen aus Einrichtungen eingeladen werden, bei denen dieses Modell bereits funktioniert. Die Leiterin des Kindergartens „St. Martin“, Frau Weber, bemerkt, dass auch ihre Einrichtung hinter der Kleinkindbetreuung steht und es im Kindergarten „St. Martin“ bereits einen Raum gibt. Einen von Frau Teumer-Schwaderer vorgeschlagenen Infoabend hätte man bereits im Vorfeld, so Herr Blank, durchführen sollen. Auch er ist für eine frühzeitige Förderung der Kinder -die Rahmenbedingungen müssen jedoch stimmen. Der Vorsitzende bemerkt, dass eine Kleinkindbetreuung im Kindergarten „St. Martin“ problemlos machbar ist. Auf der anderen Seite sollte die Chance einer Kooperation Kindergarten-Schule nicht vertan werden. GR`in Jaudas spricht sich dafür aus, dass man sich für das Projekt „schulreifes Kind“ Zeit lässt und zunächst ein Raumangebot für die Kleinkindbetreuung zur Verfügung stellt. Für GR Bader ist es auch denkbar, dass die Betreuung einer Kleinkindgruppe erst im Oktober oder November stattfindet. GR Kern findet das Modell Schule-Kindergarten gut. Auch er sieht das Problem der Bücherei, die sich für einen gewissen Zeitraum (2-3 Jahre) räumlich einengen müsste. GR Boenke ist für eine Vernetzung von Kindergartenkinder und Grundschülern. Er favorisiert daher die Räumlichkeiten in der Grundschule. Aufgrund der Informationsdefizite der betroffenen Eltern sollte ein Infoabend organisiert werden.

Es ergeht folgender einstimmiger

B e s c h l u s s

1. Sobald als möglich ist eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema Vernetzung von Kindergartenkindern und Grundschülern durchzuführen. Es sind dazu Personen einzuladen, die dieses Projekt schon erfolgreich eingeführt haben.

2. Vorsorglich ist beim Regierungspräsidium Tübingen ein Antrag auf Gewährung von Zuwendungen aus dem Investitionsprogramm des Bundes Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013“ für den Raum im Untergeschoss des Kindergartens „St. Martin“ zu stellen.

3. In der Juni-Sitzung soll dann über die Standortwahl entschieden werden.